2026-09-06
Nebenbei: Was ist der Nord/Südpol?
Bereits durch antike Kulturen (Beispiele: Stonehenge, Pyramiden, Aztekentempel Mayor, Sun-Dagger der Anasazi) wurden wichtige Zeitpunkte wie Sonnenwenden und die Tagundnachtgleichen, der ca. achzehnjährige Mondzyklus sowie Himmelsrichtungen in Felsen markiert oder bautechnisch berücksichtigt.
Der Himmeläquator ist die Projektion unseres Äquators auf den Fixsternhimmel.
Die Ekliptik ist die Projektion der Sonnenbahn auf den Fixsternhimmel.
Beide definieren entsprechende Ebenen. Der Begriff “Ekliptik” ist zweideutig für die Sonnenbahn und die Ekliptikebene.
Die Sonnenbahn teilt man in 12 gleiche Abschnitte ein und versieht sie mit den bekannten Tierkreiszeichen.
Im Moment der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche scheint die Sonne an einem bestimmten Ort am Fixsternhimmel (zu unseren Lebzeiten in den “Fischen”) zu stehen. Diesen nennt man den Frühlingspunkt.
Geozentrisch
Heliozentrisch
Heliozentrik (Kopernikus, Kepler, Galilei) zunächst angefeindet u.a. wegen „fehlender” Bewegung der Sterne zueinander (Bessel 1837)
Wdh. aus Geographie: Jahreszeiten
Azimut, Elevation (=Höhe), Zenit, Nadir (entgegengesetzt zu Zenit)
Koordinaten an jedem Beobachtungsort anders; beide Koordinaten ändern sich laufend!!
… rotiert von der Erde aus gesehen.
… ist eine Projektion unseres Längen-/Breitengrad-Netzes auf den Fixsternhimmel im Moment des Frühjahrsbeginns (s.u.).
… ist definiert durch:
Die Koordinaten:
Beobachter im Zentrum der Darstellung.
Zenit/Nadir senkrecht über/unter dem Beobachter.
Der Meridian ist der Großkreis durch Himmelsnord- und Himmelsüdpol sowie die Richtungen Norden (N) und Süden (S) vom Beobachter aus gesehen.
Im Horizontalsystem (graue Scheibe) sieht der Beobachter am Himmel einen Punkt (violett) unter dem Azimut a (schwarz), der vom Meridian aus in der Horizontalebene gemessen wird, und dem Höhenwinkel h (grün), der senkrecht zur Horizontalebene auf dem Großkreis zwischen Zenit und Nadir (grün) gemessen wird, der durch den beobachteten Punkt geht.
Der Zusammenhang zwischen dem Stundenwinkel und der Rektaszension (im “rotierenden” Äquatorialsystem) ergibt sich aus der “Sternzeit”: Rektaszension = Sternzeit - Stundenwinkel). Ein Sterntag ist die Dauer, die der Sternhimmel – genauer: der Frühlingspunkt – für eine ganze scheinbare Umrundung der Erde benötigt.
POLHÖHE = geographische Breite
Himmelsäquatorhöhe = 90o – Polhöhe
(modifiziert aus Wikipedia)
„Tagbogen” nennt man die Bahn eines Himmelskörpers über dem Horizont; „Nachtbogen” nennt man die Bahn eines Himmelskörpers unter dem Horizont. (Welcher Himmelskörper durchläuft als einziger seinen Tagbogen am Tag und seinen Nachtbogen in der Nacht?)
Welche Sterne (Deklination?) sind zirkumpolar? Welche sind nie zu sehen?
In Aschaffenburg ist die erste Antwort δ ≥ 40o, die zweite Antwort δ ≤ -40o.
Die „obere Kulmination” eines Sterns (Deklination δ) findet in Aschaffenburg auf der Höhe 40o + δ, die „untere Kulmination” auf der Höhe -40o + δ statt. (40o ist die Himmelsäquatorhöhe!)
Die Bahn der Sonne unter den Sternbildern nennt man Ekliptik. Der Name Ekliptik steht auch für die Ebene, in der die Sonne die Erde umkreist (scheinbar) oder die Erde die Sonne umkreist (in echt!)
Wegen der Neigung der Ekliptik gegen die Erdachse (oder umgekehrt, je nach Betrachtungsweise) schlingt sich die Ekliptik als Sinuslinie um den Himmelsäquator. Die Ekliptik verläuft am Sternhimmel durch die 12 Tierkreiszeichen. Auch die Planeten und der Erdmond bewegen sich immer (annähernd) auf der Ekliptik.
Die Schnittpunkte der Ekliptik mit dem Himmelsäquator (am Sternhimmel) nennt man Knoten. (Bei räumlicher Betrachtung würde man die Schnittachse der beiden Ebenen Ekliptik und Himmelsäquatorebene als Knotenlinie bezeichnen!)
Die Sonne läuft auf der Ekliptik im Verlauf eines Jahres von „rechts” nach „links”, also von WEST nach OST (Achtung!). Im Frühjahr (21.3.) durchläuft sie den aufsteigenden Knoten der Ekliptik (auch Frühlingspunkt oder Widderpunkt γ genannt), der zur Festlegung des Nullpunktes der RA benutzt wurde. Im Herbst (23.9.) durchläuft sie den absteigenden Knoten ihrer Bahn.
Kulminationshöhen der Sonne in verschiedenen Jahreszeiten. Bei uns und in anderen Breiten?
(Die bürgerliche Dämmerung ist (hier für den Abend definiert) der Zeitraum von Sonnenuntergang bis die Sonne 6,5o unter dem Horizont steht. Analog: Nautische Dämmerung: 12o. Astronomische Dämmerung: 18o. – Am 21.6. erreicht die Sonne also gar nicht das Ende der astronomischen Dämmerung, d.h. es wird gar nicht vollkommen dunkel, da ihre untere Kulmination nur -16,5o beträgt!)
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C. Bienmüller, CC BY-NC-SA, selbst erstellt↩︎
S.Wetzel, CC BY-SA, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:HorSys.svg↩︎
Cmglee, CC BY-SA, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Equatorial_coordinates.svg?lang=de↩︎
Bautsch, CC BY-SA, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Himmelskoordinaten.png↩︎