1.4. Bewegungen der Planeten

2026-09-06

Unabhängig von der Erdbewegung beobachtet man eine auffällige Bewegung der Planeten (daher der griechische Name “Wanderer”) vor dem Fixsternhimmel.

Beobachtung der Planeten von der Erde aus

  1. Die Planetenscheibchen sind optisch vergrößerbar und flimmern weniger als die punktförmig zu sehenden Sterne.

  2. Bahnneigungen: Planeten stehen stets nahe der Ekliptik.
    (Wieso weicht Mars trotzdem zeitweise bis zu 4,5 Grad von der Ekliptik ab?)

  3. Innere und äußere Planeten nicht verwechseln mit obere und untere Planeten

Typische Konstellationen

wikipedia,
Opposition
Planet – Erde – Sonne
(also Erde auf einer Geraden zwischen Planet und Sonne).
Konjunktionen
Erde – Sonne – Planet oder
Erde – Planet – Sonne.
Jeweils auf einer Geraden.

Planetenphasen

(siehe auch Mondphasen)

Bedeutung der Venus-Phasen (Galileo Galilei)

Unterschiede zwischen oberen und unteren Planeten

Umlaufdauern

Biec

Siderische Umlaufzeit
(Tsid) von der Sonne gesehen vor dem Fixsternhimmel.

 

Synodische Umlaufzeit
(Tsyn:) bezogen auf die Erde, also z.B. der Zeitraum von einer Opposition eines oberen Planeten bis zu seiner nächsten Opposition.

\[ \bbox[lightyellow,12px] { \begin{align} \alpha_E &= \alpha_P+360° && \small\text{| Winkel = Zeit mal }\omega \\ \\ \omega_E\cdot T_{syn} &=\omega_P\cdot T_{syn}+360° && \small{ \text{| Einsetz.: } \omega= \frac{360°}{T} } \\ \\ \cfrac{360°}{T_{sid_E}}\cdot T_{syn} &= \cfrac{360°}{T_{sid_P}}\cdot T_{syn}+360° && \small{\text{| Durch }360°\cdot T_{syn}\text{ teilen }} \\ \\ \cfrac{1}{T_{sid_E}} &= \cfrac{1}{T_{sid_P}} + \cfrac{1}{T_{syn}} \end{align} }\]

Erläuterung:

1. Die Abbildung und echte Zeiten

Wir blicken aus der Richtung des Nordsterns auf die Ekliptik als Scheibe. Wir drehen uns nicht, d.h. der südliche Fixsternhimmel im Hintergrund bewegt sich nicht. Der Frühlingspunkt ist in einer festen Richtung, z.B. im Bild oben.

Von dieser Perspektive aus könnte man die siderischen Umlaufdauern prima beobachten. Leider ist diese Beobachtungsposition für Menschen unerreichbar.
Aber wir können von der Erde aus die synodischen Umlaufdauern messen:

Am 7. Dezember 2024: Jupiter (hier rot) in “Opposition 1”, also eine Linie Sonne-Erde-Jupiter.
Am 10. Januar 2026 (13 Monate später): Jupiter in “Opposition 2”. In diesem Zeitraum hat Jupiter ungefähr ein Zwölftel seiner Umlaufbahn zurückgelegt, die Erde (lila/blau) hingegen ist schon mehr als eine Runde gelaufen (13 Zwölftel…). Beachte die entsprechenden Winkel!

Somit erhalten wir für Jupiter: Tsyn = 10.1.2026 - 7.12.2024 = 399 Tage.

2. Die Formel

Wir beginnen mit dem Ansatz der Winkel. Die Erde \(\alpha _E\) ist im synodischen Jupiterumlauf 360° weiter gelaufen als dieser \(\alpha _P\).

Die Winkel der Planeten ersetzen wir nun durch das Produkt aus der jeweiligen Winkelgeschwindigkeit und der synodischen Umlaufsdauer.

Die jeweilige Winkelgeschwindigkeit ist wiederum 360° durch die jeweilige siderische Umlaufdauer.

Eine letzte Umformung entfernt den überall vorkommenden Faktor 360° und bringt \(T_{syn}\) in einen eigenen Term.

Einsetzen der Werte für Jupiter:

\[ \bbox[lightblue,12px] { \begin{align} \cfrac{1}{T_{sid_P}} &= \cfrac{1}{T_{sid_E}} - \cfrac{1}{T_{syn}} \\ \cfrac{1}{T_{sid_P}} &= \cfrac{1}{365d} - \cfrac{1}{399d} = \frac{34}{145635d} \\ T_{sid_P} &= \frac{145635d}{34} \approx 4283 d \ \textrm{ (also ca. 11 Jahre, 10 Monate)} \end{align} }\]

Zum Lernen & Üben empfiehlt sich die Überlegung, wie man zur entsprechenden Formel für untere Planeten kommt. Die synodische Umlaufdauer der Venus beträgt z.B. ca. 584 Tage. Zeige dass ihre siderische Umlaufdauer ca. 225 Tage beträgt.


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  1. Patrick87, CC BY-SA, https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Positional_astronomy_de.svg↩︎

  2. C. Bienmüller, CC BY-NC-SA, selbst erstellt↩︎