2026-01-06
Wir erhalten alle Informationen
über die Sonne durch ihre
Wirkungen:
➜ Man trennt Licht in seine Wellenlängen auf.
Dazu lässt man es durch ein Prisma (Dispersion) oder Gitter (Beugung) auf einen Beobachtungsschirm fallen.
Dort werden Wellen mit unterschiedlichen Wellenlängen unterschiedlich stark abgelenkt.
Nebenstehend Beispiele für Spektren.
Glühbirne \(\Rightarrow\)
kontinuierliches
Emissions-Spektrum
leuchtendes Gas \(\Rightarrow\)
diskretes
Emissions-Spektrum
Glühbirne\(\Rightarrow\)
kaltes Gas \(\Rightarrow\)
diskretes
Absorptions-Spektrum
Energie in Atomen ist gequantelt
Atome haben feste Energieniveaus für die Elektronen:
➜ exakt passende Photonen werden absorbiert.
➜ e- hüpft auf höheres Energieniveau.
➜ diskretes Absorptionsspektrum, da diese Photonen nun fehlen.
Nach der Anregung emittieren die Atome Photonen
Damit muss ein Zusammenhang zwischen Photonenenergie und Wellenlänge bzw. Frequenz des Lichts bestehen (➜Einstein). Details in Leifiphysik.
\[ \bbox[lightyellow,12px] { {E_{Ph}} = h \cdot \frac{c}{\lambda} = h \cdot f } \]
Kontinuierliches Spektrum, spektrale Intensitätsverteilung ist berechenbar und nur von der Temperatur abhängig - siehe unten “Strahlungsgesetze”.
“Wie viel Energie strahlt die Sonne ab?”
Unpräzise! Wie viel Energie pro Sekunde, also welche
Leistung.
Als Solarkonstante \(S_0\) bezeichnet man die gemittelte extraterrestrische Bestrahlungsstärke der Sonne (Intensität, Leistung pro Flächeneinheit), die senkrecht zur Strahlrichtung auf die Erde auftrifft.
\[ \bbox[lightyellow,12px] { S_0=1367 \frac{W}{m^2} }\]
Eine Messung ist im engagierten Schülerversuch möglich.
Dann ist aber eine etwas aufwändigere Korrektur nötig, da wir nur
innerhalb der Atmosphäre messen können (max. 1kW/m²).
Überlegung: Strahlung verteilt sich bei größeren Radien auf quadratisch größere Flächen:
…können wir daraus berechnen: Man stellt sich eine komplette Kugeloberfläche mit Radius 1AE so beleuchtet vor.
\[ \bbox[lightyellow,12px] { \begin{align} L &= {S_0} \cdot A \\ &= {S_0} \cdot 4 \cdot \pi \cdot {r^2} \\ &= 1,36 \cdot {10^3}\frac{{\rm{W}}}{{{{\rm{m}}^{\rm{2}}}}} \cdot 4 \cdot \pi \cdot {\left( {1,50 \cdot {{10}^{11}}{\rm{m}}} \right)^2} \\ &= 3,84 \cdot {10^{26}}{\rm{W}} \end{align} }\]
Dieses Ergebnis bedeutete im 19. Jhd., dass man nicht erklären konnte, wo diese Energiemenge (\(1,2 \cdot 10^{32} \frac J{Jahr}\)) herkommen sollte.
Nebenstehende Kurven geben das Plancksche Strahlungsspektrum wieder - welches hier kein Stoff ist.
… kann entweder über die Gesamtstrahlungsleistung (Solarkonstante+Geometrie), den Sonnenoberflächeninhalt und Stefan-Boltzmann genähert werden.
Oder einfacher mit \(\lambda_{max}\) und Wien.
Ergebnis: 5772 K (Kelvin)
Wo kommt die Energie her?
Bindungsenergie im Kern (“Starke Kernkraft”).
Freiwerdende Energie = Energie, die zum Trennen nötig wäre.
Vergleiche Kraft & Energie im Magnetfeld.
Eisenkerne haben die höchste Bindungsenergie pro Nukleon:
Statistische Komponente der Fusion.
Dessen Wahrscheinlichkeit hängt ab von:
Nach dem Gesetz \(E=mc²\) muss die freigesetzte Energie mit einer Massenänderung korellieren. Tatsächlich sind 4 Protonen etwas schwerer als der resultierende Heliumkern!
Aufgabe (mit vielen Stellen rechnen!):
Berechne aus der Summe der Massen von vier Protonen und der Masse eines Heliumkerns den sog. Massendefekt \(\Delta m\) in der Einheit \(u\).
Berechne daraus die bei diesem Fusionsvorgang freigesetzte
Energie. (Tipp: suche in der FS nach der Energieeinheit \(uc^2\))
\(\rightarrow\) Das Ergebnis sollte ca.
\(27 MeV \approx 4,3 \cdot 10 ^{-12}J\)
betragen.
Berechne nun den Massendefekt der Sonne pro Jahr bei ihrer oben berechneten Leistung von \(1,2 \cdot 10^{32} \frac J{Jahr}\). (Ansatz \(E=mc²\) reicht dazu.)
Notwendig ist hohe Dichte und Temperatur. Dann liegt Wasserstoff und andere Atome nur als Plasma vor. Dabei sind Atomkerne und Elektronen frei voneinander.
Diese Bedingungen herrschen nur im Kern der Sonne. Nur der dortige Wasserstoffvorrat wird umgesetzt - danach endet die Heliumfusion.
Merke: “Wasserstoffbrennen” = Heliumfusion
Im Kern befinden sich etwa ca. ein Viertel der Sonnenmasse: extremer Druck und Temperaturen von über 10 Mio. Kelvin, daher Kernfusion.
Ab ca. 25% des Sonnenradius’.
Energietransport durch Strahlung. Dabei findet laufend ein Emittieren,
Streuen, Absorbieren und wieder Emittieren der Photonen entlang von
zufälligen Pfaden statt. Transportdauer der Energie zur Oberfläche daher
größer 10 000 a.
Beginn ab ca. 71% des Sonnenradius’.
Energietransport durch Konvektion, meist ca. 10 m/s. Erst kurz vor der
der Oberfläche bis über 1 000 m/s.
Quelle der Kontinuumsstrahlung. Auch entstehen hier die fraunhoferschen Linien. Sonnenflecken (wg. starken Magnetfeldern, s.u.).
H2 und He. Geringe Dichte, kaum Strahlung, u.a. Eruptionen, Protuberanzen.
Niedrige Dichte, sehr hohe Temperatur von Mio Kelvin. Quelle des Sonnenwinds.
Materieströme, die Materie ins All an den Magnetfeldlinien der Sonne entlang schleudern
Kleines Gebiet mit mehreren Millionen Grad Celsius
entstehen an Orten mit dem stärksten B-Feld, da das die Konvektionsströme lenkt → vergleichweise kältere Orte → dunkler
→ Schmetterlingsdiagramm:
gibt es in hoher Zahl, die aber für den Unterricht nicht gefordert sind, z.B. Regelung der Fusionsleistung, Schwingungen im Sonneninneren, Druck- und Temperaturgradienten usw.
Horst 123 horst, public domain, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Spektrum_60W_ESL.jpg↩︎
C. Bienmüller, CC0, mit freien Bestandteilen selbst erstellt (inspiriert von diversen Quellen)↩︎
unbekannt, CC-BY, https://www.schule-bw.de/faecher-und-schularten/mathematisch-naturwissenschaftliche-faecher/chemie/neuer-index.html/materialien/chemie-unterrichtsmittel/spektro/20nalinienspektren.pdf/%40%40download/file/20nalinienspektren.pdf↩︎
Kiko2000, CC-BY-SA, https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Wasserstoff-Termschema.svg↩︎
C. Bienmüller, CC-BY-NC-SA, selbst erstellt (inspiriert von http://physics.johannesdoerr.de/files/a-praktikum/V26-Beugung_und_Interferenz.pdf)↩︎
Sebastian Hess, mit freundlicher Erlaubnis, http://www.sebastian-hess.eu/dados.html↩︎
Degreen, CC-BY-SA, https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Sonne_Strahlungsintensitaet.svg↩︎
Saperaud, CC-BY-SA, https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Fraunhofer_lines_DE.svg↩︎
Borb, CC-BY-SA, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Inverse_square_law.svg↩︎
Prog, CC-BY-SA, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:BlackbodySpectrum_loglog_de.svg↩︎
Sarang, CC-BY-SA, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fusion_in_the_Sun.svg?lang=de↩︎
Roderich Kahn, CC-BY-SA, https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Atomkernbindungsenergie_RK01.png↩︎
Napy1Kenobi, CC-BY-SA, https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Auftragung_Bindungsenergie_gegen_Massenzahl.svg↩︎
Ba2282, CC-BY-SA, http://wiki.bnv-bamberg.de/flg-wiki/index.php/Datei:Kernpotential.png↩︎
Nasa (Dr. Jim Lochner), bearbeitet durch Hic et nunc, public domain, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sun_parts.jpg↩︎
NASA Marshall Space Flight Center - Arcinides, CC-BY-SA, https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Sun_-_btly_-_2023.png↩︎