2026-09-06
Man teilt die Sterne nach ihren Spektren in sogenannte Spektralklassen ein:
Zur Zeit der Einführung dieser Klassen sortierte Williamina Fleming2 die Sterne nach der Stärke der
Wasserstofflinien (A für die Sterne mit den stärksten Linien). Ihre
Teamkollegin Annie Jump Cannon verbesserte dies, indem sie nach der
Temperatur sortierte. Deshalb erhält man eine heute willkürlich
erscheinende Buchstabenreihenfolge, wenn man die noch genutzten Klassen
nach absteigenden Temperaturen ordnet:
O-B-A-F-G-K-M Oh Be A Fine Girl/Guy - Kiss Me
Oder: “Offenbar Benutzen Astronomen Furchtbar Gerne Komische
Merksätze“ Die Reihenfolge der Klassen O – M stellt auch keine zeitliche
Reihenfolge („Lebenslauf”) dar, obwohl man (…) gelegentlich von „frühen”
und „späten” Klassen spricht.
Merke:
Klasse O: die heißesten Sterne (blau)
Klasse M: die „kühlsten” Sterne (rot)
Details: Die Spektralklassen werden heute noch feiner unterteilt und dazu Ziffern angehängt B1, B2, B3…. sowie hinten für kühlere Sterne ergänzt.
In jeder Spektralklasse gibt es Sterne verschiedener Leuchtkräfte!
Damit hat man zwei Kriterien (Spektralklasse und Leuchtkraft) die man in einem Diagramm auftragen kann. Es zeigt sich, dass bestimmte Kombinationen häufig auftreten, andere nicht. Entsprechend hat das Diagramm leere (weiß) und stark gefüllte (gelb, rot) Bereiche.
Einen empirischen Zusammenhang zwischen den Spektralklassen (Temp.) und den Leuchtkräften (M) von Sternen entdeckten Anfang des 20. Jhd. der Däne Ejnar Hertzsprung und der Amerikaner Henry Noris Russell.
Ein roter K-Stern kann sowohl ein Hauptreihenstern als auch ein Roter Riese sein.
Da die Hauptreihe genähert ein “länglicher Bereich” ist, kann man für Hauptreihensterne eine ungefähre Zuordnung machen:
oder mit anderen Achsenbeschriftungen:
Zusammen mit der beobachteten scheinbaren Helligkeit m resultiert daraus über den Entfernungsmodul seine Entfernung r („Spektroskopische Entfernungsbestimmung”).
Anmerkung: Leuchtkraft L und Temperatur T eines Sterns erlauben nach dem Stefan-Boltzmann-Gesetz auch die Berechnung seines Radius R!
Übungen siehe Buch. Vorgehen:
Pablo Carlos Budassi, CC-BY-SA, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stellar_Classification_Chart.png↩︎
Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Williamina_Fleming und https://de.wikipedia.org/wiki/Harvard_Computers↩︎
“ESA, Hertzsprung-Russell-Diagramm aus dem öffentlichen Datenarchiv des Hipparcos-Projekts” mit defekten Links, https://astro.uni-bonn.de/~deboer/sterne/pdmsternetxt.html↩︎
Sch und Rursus, CC-BY-SAhttps://commons.wikimedia.org/wiki/File:HR-sparse-de.svg↩︎
Richard Powell, CC-BY-SA, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:HRDiagram.png↩︎
R. J. Hall, CC-SA 1.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:M3_color_magnitude_diagram.jpg↩︎