4.5. Entwicklung

2026-09-06

Abstract
Der fünfte Abschnitt umfasst das gesamte “Leben” eines Sterns. Schwerpunkt sind dabei die Endzustände (u.a. Stellares Schwarzes Loch).

Der Lebenslauf eines Sterns

1. Entstehung aus Gaswolke

2. Hauptreihenzeit

3. Endphase

Fusionen in der Endphase

Irgendwann ist kein He mehr im Kern:

Leichte Sterne unter ca. 4 Sonnenmassen beenden nach dem He-Brennen im Kern jegliche Fusion, fallen zusammen und werden ein weißer Zwerg.

Schwerere Sterne hingegen :

Schalenbrennen eines schweren Sterns

(Darstellung nur der Hauptprodukte)

Bei jedem Wechsel des Fusions­materials im Kern entsteht eine weitere Schale um den Kern. In dieser Schale findet nun dieselbe Fusion statt, die im Kern gerade beendet wurde.

wikipedia

Die Brennzeiten im Kern nehmen rapide ab.

Ende des Schalenbrennens

Die Endzustände

Weißer Zwerg

Neutronenstern (Pulsar)

Durch die schnelle Rotation:

wikipedia

Trifft dieses Leuchtfeuer mit Glück die Erde, so fällt das Aufblitzen auf ➜ “Pulsar”.

Stellare Schwarze Löcher

Ist die Masse des Sternrests größer als ca. 2,5 Sonnenmassen, so ist die Gravitation auch für Neutronen zu stark:
Die Materie fällt weiter in sich zusammen. Dabei ändert sich die Masse nicht, also steigt die Dichte noch weiter an. Der Durchmesser des Objekts wird sehr klein.

 

Betrachten wir die bekannte Fluchtgeschwindigkeit \(v_2\):

\[ \bbox[lightyellow,12px] { v_2=\sqrt{\frac{2GM}{r}} }\]

Wird der Radius durch Verkleinerung des Körpers zu klein, so kann die errechnete Fluchtgeschwindigkeit den Wert der Lichtgeschwindigkeit überschreiten!

Schwarzschildradius

Der Radius, bei dem genau \(v_2=c\) ist, heißt Schwarzschild-Radius. Setzt man für \(v_2\) die Lichtgeschwindigkeit c ein und löst nach r auf, so erhält man:

\[ \bbox[lightyellow,12px] { r_S=\frac{2GM}{c²}=M \cdot 1,485 \cdot 10^{-27} \frac{m}{kg} }\]

Damit errechnet sich für einige Objekte der Schwarzschild-Radius zu recht kleinen Werten:

Schwarze Löcher

Sobald der Radius eines Objekts kleiner als sein Schwarzschild-Radius ist, ist es ein Schwarzes Loch.

(Schwarze Löcher sind die Objekte, welche in die gedachte Kugel mit ihrem Schwarzschildradius passen)

Anmerkung:
Der Schwarzschild-Radius wurde hier vereinfacht klassisch berechnet. Eine relativistische Berechnung für ein nicht rotierendes, ungeladenes Schwarzes Loch ergibt interessanterweise denselben Wert! Die Herleitung überschreitet aber unser Schulwissen und auch unsere mathematischen Möglichkeiten bei Weitem.

Aus dem Inneren des Schwarzschild-Radius’ kann also nicht einmal Licht, geschweige denn Materie nach außen dringen.
Daher wirkt diese enorme Massenkonzentration schwarz - keine Strahlung geht von ihr aus.
Wir haben KEINE Information, was darin vorgeht, wissen also z.B. auch nicht, auf welch kleinen Raum die Materie wirklich konzentriert ist - nur dass er kleiner ist, als eine Kugel mit dem soeben hergeleiteten Schwarzschild-Radius.

Wirkung Schwarzer Löcher

Wie bemerkt man nun stellare Schwarze Löcher? An ihrer Aussenwirkung, der Gravitation!

Schwarze Löcher können einen Partner in einem Doppelsternsystem haben und über diesen indirekt nachweisbar sein. Schwarze Löcher können Materie (Gas, Staub), die ihnen nahe kommt, anziehen, so dass sich eine Akkretionsscheibe bildet, welche wegen der hohen Energien leuchtet - gerne auch im Röntgenbereich.

Ein stellares Schwarzes Loch ist ein Gravitationszentrum wie jeder andere Stern auch, dessen Wirkung von seiner Masse abhängt. Ein SL mit 10 Sonnenmassen hat dieselbe Gravitationswirkung wie ein Hauptreihenstern mit 10 Sonnenmassen. Für die Bahn eines Planeten macht es keinen Unterschied.

Aber: Dem Schwerpunkt eines SLs könnte man sich auf viel geringere Entfernung nähern, wo man bei dem Stern längst in die glühende Materie eingedrungen wäre. Dort erst passieren die exotischen Dinge, die man aus der allgemeinen Relativitätstheorie kennt. Die Materie, die ggf. einem anderen Stern entkommt, kann einem SL also sehr nah kommen und auf bis zu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden, dabei auf einer Kreisbahn sein und enorme Strahlung abgeben. Dadurch bremst sie ab und fällt weiter herunter, bis sie innerhalb des Schwarzschild-Radius’ verschwindet.

Ein Stern würde solche Materie völlig unauffällig in viel größerer Entfernung zu seinem Zentrum, nämlich auf seiner Oberfläche, absorbieren, wenn er sie nicht vorher schon mit seinem „Sonnenwind“ wegbläst.

Masseverlust von Sternen

Mehrfach erwähnt: Masse der Sternenleiche - das ist jedoch nicht die ursprüngliche Sternmasse!
Ein Überblick, wie Sterne so viel Masse verlieren:

Supernova Typ Ia

Ablauf:

wikipedia

Supernova Typ II

Nur bei Sternen mit \(m > 8 m_{So}\).

Ablauf:

wikipedia  von biec bearbeitet

\(\ \)

wikipedia  von biec bearbeitet

Beispiel: Katzenauge-Nebel

wikipedia
wikipedia

Supernovae sind (innerhalb unserer eigenen Galaxie) extrem seltene Ereignisse. Aufgrund ihrer Helligkeit registriert man sie aber auch in anderen Galaxien. Die Supernova 1987A in der Großen Magellanschen Wolke, unserer nächsten Nachbargalaxie, bot hervorragende Möglichkeiten, ein solches Ereignis „aus nächster Nähe“ (163 000 Lichtjahre) zu erforschen.

Der Ablauf in graphischer Darstellung

Dr. R. Freund

  1. Agentjoerg, public domain, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schalenbrennen.jpg↩︎

  2. Mysid, CC BY-SA 3.0, https://en.m.wikipedia.org/wiki/File:Pulsar_schematic.svg↩︎

  3. (NASA, ESA and A. Feild (STScI); vectorisation by chris 論), CC BY-SA 3.0, https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Progenitor_IA_supernova.svg mit toten Links zur Originalquelle↩︎

  4. Illustration by R.J. Hall. Redrawn in Inkscape by Magasjukur2, CC BY-SA 3.0, https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Core_collapse_scenario.svg↩︎

  5. Illustration by R.J. Hall. Redrawn in Inkscape by Magasjukur2, CC BY-SA 3.0, https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Core_collapse_scenario.svg↩︎

  6. NASA, public domain, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:NGC6543.jpg↩︎

  7. NASA, public domain, https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Catseye-big.jpg↩︎

  8. Laut Seite 9 der Präsentation in https://slideplayer.org/slide/666764/ ist der Autor Dr. R. Freund, archivierte Homepage (ohne die Abbildung dort zu finden): https://web.archive.org/web/20221006224141/https://www.drfreund.net/↩︎