2026-09-06
Die Kosmologie beschreibt unseren Kosmos als Ganzes. Dies ist schwierig, da wir nur einen geringen zeitlichen und räumlichen Ausschnitt beobachten können.
Insbesondere beschreibt die Kosmologie die Entwicklung unseres Kosmos’.
Anmerkung “Engelhardt”: Bei einer Ausdehnung unseres dreidimensionalen Raums in einer höheren Dimension gibt es keinen Mittelpunkt (der sich in unserem Raum selbst befindet). Ein solches in der 4. Dimension gekrümmtes Universum kann gleichzeitig endlich und trotzdem un-begrenzt sein (Luftballon-Modell).
TIPP: Silvestergespräche eines Sechsecks (Dionys Burger, 1957)
TIPP: Flatland - Eine phantastische Geschichte über viele Dimensionen (Abbott, 1884)*
Die 1965 von Penzias und Wilson rein zufällig entdeckte, gleichmäßig aus allen Richtungen kommende 3K-Hintergrundstrahlung ist der verbliebene Rest des Ur-„Knalls”, der durch die Raumausdehnung extrem langwellig geworden ist.
Man hat inzwischen in der 3K-Strahlung winzige Temperatur-Schwankungen entdeckt, die besser zu der extrem inhomogenen Struktur unseres Universums passen als eine absolut homogene Strahlung. Trotzdem ist die Entstehung der extremen Inhomogenität unseres Kosmos (Galaxienhaufen, Galaxien, Sterne) eine der großen ungelösten Fragen der modernen Astronomie.
Nach neuesten Messungen zeigt die Anordnung der Galaxien-Superhaufen eine blasenförmige Struktur, d.h. Materieansammlungen sind verbunden mit fadenartigen Gebilden („Filamente”), dazwischen gibt es riesige Leerräume („Voids”). Die dichteren Bereiche haben eine ähnliche Struktur wie die Kanten, die Seifenblasen im Schaum bilden.
Wie schon erwähnt, lassen die Rotationskurven von Galaxien auf die Existenz einer DUNKLEN MATERIE schließen, die sich nur durch ihre Gravitationswirkung bemerkbar macht. Ferne Galaxienhaufen zeigen auch Lichtablenkungseffekte („Gravitationslinsen”), die zu stark sind, um durch die „normale” sichtbare Materie erklärt zu werden. (s.u.)
Jüngere Entfernungsmessungen an fernen Galaxien mit Hilfe von Supernovae Typ Ia zeigen, dass unser Raum beschleunigt expandiert, trotz der gravitativen Bremswirkung von baryonischer Materie und dunkler Materie. Niemand weiß, wer oder was diese Anti-Gravitation bewirkt. Man spricht von der DUNKLEN ENERGIE.
Sichtb. Materie : Dunkle Materie : Dunkle Energie
4 : 23 : 73
| Zeit seit dem Urknall | Zustand |
|---|---|
| Bis 5,391·10-44 s | Keine Aussage (Planckzeit) |
| Ca. 10-33 - 10-30 s | Inflation: Überlichtschnelle Ausdehnung des Universums um einen Volumen-Faktor von etwa 1030 - 1050 (von der Größe eines Protons auf die Größe eines Fußballs) |
| Nach 10-30 s | Temperatur nur noch 1025 K; Entstehung von Quarks und Antiquarks |
| Nach 10-6 s | Temperatur nur noch 1013 K; Entstehung der Hadronen (die Baryonen Proton und Neutron, aber auch z.B. Mesonen) |
| Nach 10 s | Temperatur nur noch 109 K; Entstehung von Deuterium- und Helium-Kernen |
| Nach 3 Minuten | Keine Fusion von Atomkernen mehr; restliche freie Neutronen (instabil) zerfallen in Protonen und Elektronen (25% He-Kerne, 75% H-Kerne) |
| Nach 380 000 Jahren | T = 3000 K; H- und He-Atome entstehen; Verschwinden der freien Elektronen macht das Weltall für Strahlung „durchsichtig”. Diese Strahlung - damals hatte sie ihr Maximum im sichtbaren Bereich - „sehen” wir (extrem rotverschoben) heute als 3K-Strahlung |
| Schwerere Elemente bis hin zum Eisen entstehen bekanntlich im Innern sehr massereicher Sterne, Elemente jenseits des Eisens nur bei Supernova-Explosionen | |
| Ab 1 Million Jahre bis 1 Milliarde Jahre | Bildung großräumiger Strukturen (Galaxienhaufen, Galaxien, auch schon massereiche Sterne), initiiert und beschleunigt durch Dichteschwankungen insbesondere der Dunklen Materie |